Umbau Bauernhaus, ehemaliges Gasthaus Kreuz

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Beim Umbau des ehemaligen Gasthauses Kreuz in Aefligen wird das denkmalgeschützte Bauernhaus durch präzise Eingriffe, handwerkliche Sorgfalt und eine klare architektonische Haltung zu neuem Wohnraum. Im Zentrum steht der sorgfältige Umgang mit der bestehenden Bausubstanz. Es galt, ihre Eigenheiten und Geschichte zu verstehen und durch behutsames Weiterbauen in die Zukunft zu führen.

Objektart
Umbau Bauernhaus
Unsere Leistungen

Projektentwicklung

Projektierung

Realisierung

Bauherrschaft
Privat
Zusammenarbeit

Kantonale Denkmalpflege, Bern

Standort
Aefligen
Jahr
2019-2022

Die Ausgangslage

Im Zentrum von Aefligen wird das ehemalige Gasthaus Kreuz, heute ein denkmalgeschütztes Bauernhaus mit Ökonomieteil, in sieben Wohnungen transformiert. Das Gebäude aus dem Jahr 1756 ist klassisch in Wohnteil, Ökonomieteil, Tenne und Heubühne gegliedert und birgt ein aussergewöhnliches Potenzial für zeitgemässes Wohnen.

In enger Abstimmung mit der Denkmalpflege wurden zentrale Herausforderungen des Entwurfs im Dialog feinfühlig ausgearbeitet: die gezielte Führung von Tageslicht innerhalb der geschützten Gebäudehülle, die Integration privater Aussenräume, die innenseitige thermische Sanierung sowie eine zurückhaltend organisierte Parkierung vor der nördlichen Stotzfassade. Das architektonische Konzept bewahrt die ursprüngliche Struktur des Hauses und macht sie im Inneren weiterhin erlebbar.

Umgebung mit Erdgeschoss
Obergeschoss
Dachgeschoss
Längsschnitt
Querschnitt
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Bildlegende
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/
9

Architektonischer Ansatz

Ein zentrales Element des Umbaus ist die neue vertikale Erschliessung im Bereich der ehemaligen Tenne. Sie erfüllt die brandschutztechnischen Anforderungen und verbindet die unterschiedlichen Höhenniveaus des Ökonomie- und Wohnteils und schafft eine gemeinsame neue Adresse. Dem ehemaligen Stall vorgelagerte, eingeschossige Balkone erweitern die Wohnungen um private Aussenräume. Als feinproportionierte Schopfbauten fügen sie sich selbstverständlich unter das weitauskragende Vordach ein und ordnen sich in die Bautypologie des Ortes zu.

Die Innenarchitektur differenziert bewusst zwischen den Gebäudeteilen:
Im Ökonomieteil wird das ländliche Wohnen neu interpretiert, mit rohen Oberflächen, direkten Materialverbindungen und einem konstruktiven Ausdruck, der zugleich pragmatisch und raffiniert ist. Im historischen Wohnteil hingegen steht die behutsame Weiterführung der bestehenden Substanz im Vordergrund. Hier werden die Spuren der früheren Nutzung, vom Gasthausbetrieb bis zu späteren Umbauten, aufgenommen und mit traditionellen Materialien und Konstruktionen weiterentwickelt.

Herausforderung und Umsetzung

Der Umbau erweist sich als komplexe Projekt-und Baufgabe, geprägt von der Auseinandersetzung mit einer vielschichtigenhistorischen Struktur. Ein detailliertes 3D-Modell, basierend auf aufwändigen Massaufnahmen und umfassender Fotodokumentation, bildete die Grundlage für das Verständnis des Bestands. Dennoch erforderte der Bauprozess immer wiederunmittelbare Entscheidungen vor Ort.

Der Einbau der Wohnungen erfolgtegrösstenteils nach dem Prinzip „Haus im Haus“, was hohe Anforderungen an die Baulogistik stellte. In enger Zusammenarbeit mit den Handwerkern wurden innovative Lösungen entwickelt – etwa ein temporär demontierbarer Dachabschnitt, der Kranarbeiten durch das Dach ins Haus effizient ermöglichte.

Die Tageslichtführung wurde differenziert je nach Gebäudeteil gelöst: Im Ökonomieteil über eine aufgelockerte Giebelwand, in den Dachwohnungen durch grosszügige Verglasungen, geöffnete Kniewände sowie gezielt eingesetzte Dachöffnungen im Vordachbereich.

Bei allen Eingriffen stand der respektvolle Umgang mit der bestehenden Substanz im Zentrum, mit dem Ziel, das Vorgefundene nicht nur zu erhalten, sondern in seiner Wirkung zu stärken und in einer stimmigen Form zu interpretieren. Nach intensiver Planungsphase konnte der Umbau innerhalb von rund eineinhalb Jahren realisiert werden.