Tannhölzli, Kopfbau des Müliacher

No items found.

Am Übergang zwischen Gewerbeareal und Wohnquartier entsteht ein Neubau, der den industriellen Charakter des Ortes aufnimmt und in eine zeitgemässe Wohnarchitektur übersetzt. Der Entwurf versteht die unterschiedlichen Prägungen des Umfelds als Chance, einen Baukörper als identitätsstiftenden Vermittler zu schaffen.

Objektart
Neubau Wohn- und Gewerbehaus
Unsere Leistungen

Projektentwicklung

Projektierung

Realisierung

Bauherrschaft
Privat
Standort
Mattstetten
Jahr
2026-2028

Die Ausgangslage

An der Gemeindegrenze zwischen Schönbühl und Mattstetten liegt das Areal der Carrosserie Kiener mit seinen nördlich und südlich der Hauptstrasse gelegenen Gewerbeflächen. Am südlichen, spickelförmigen Areal eröffnet sich zwischen der Werkstatthalle und dem Wohnquartier Feldegg ein Potenzial für eine neue Wohnbebauung. Die gegen den Tannhölzliwald ansteigende Topografie hebt das Baufeld über die Hauptstrasse und verleiht dem Ort zusammen mit der unmittelbaren Nähe zum Waldrand eine besondere landschaftliche Qualität. Das Baufeld schliesst direkt an die bestehende Werkstatthalle an, entwickelt sich über deren Südseite hinaus und bildet als markanter Abschluss des Gewerbequartiers einen städtebaulichen Akzent.

Untergeschoss
Umgebung mit Erdgeschoss
Attika
Längsschnitt
Querschnitt
No items found.
Bildlegende
1
/
9

Architektonischer Ansatz

Der Neubau ist im Untergeschoss mit dem Bestandsbau verbunden und entwickelt sich oberirdisch als freistehendes, konsequent abgestuftes Volumen. Die Staffelung ermöglicht neben der Westausrichtung auch nach Süden und zur Weitsicht orientierte Balkone und schafft helle, lichtdurchflutete Wohnräume. Zur Hauptstrasse formuliert der Baukörper einen einladenden, markanten Kopf, während er sich gegen den Wald und das angrenzende Wohnquartier fein gliedert und sensibel in den Massstab der Umgebung übergeht. Ein offener Laubengang knüpft an die Wellblechfassade des benachbarten Gewerbebaus an und erschliesst neun Wohnungen sowie eine Gewerbefläche im Erdgeschoss.

Herausforderung und Umsetzung

Die zentrale Herausforderung liegt in der städtebaulichen Anschlussfuge zwischen Wohnhaus und Gewerbegebäude. Themen wie Erschliessung, Belichtung und räumliche Atmosphäre prägen den Entwurf. Der Zwischenraum wird als Erschliessungsgasse ausgebildet, die sich in der Höhe zu zwei begrünten Höfen öffnet. So gelangt Tageslicht bis auf den Boden, es entstehen attraktive Freiräume und eine hohe Aufenthaltsqualität für die angrenzenden Wohnungen.

Die Fassade greift die horizontale Gliederung und Materialität des benachbarten Gewerbebaus auf und entwickelt diese zu einer wohnlichen Architektursprache weiter. Horizontale Bänder strukturieren den Baukörper, während dazwischenliegende Fenster und Holzfüllungen der Fassade Tiefe, Wärme und einen angemessenen Menschenmassstab verleihen.