Umbau und Aufstockung Gotenstrasse
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Statt den Bestand zu ersetzen, schreibt das Projekt dessen architektonische Qualitäten zeitgemäss fort und schafft Raum für heutige Wohnbedürfnisse, ohne den charakteristischen Ausdruck der Nachkriegsmoderne aufzugeben. Im Sinne des Weiterbauens wird das Gebäude saniert und zweigeschossig aufgestockt. Bestand und Erweiterung treten dabei in einen subtilen Dialog, der sich in der zeitgemässen Interpretation charakteristischer Elemente der Moderne widerspiegelt.
Projektentwicklung
Projektierung
Realisierung
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Die Ausgangslage
Als Kopfbau einer Blockrandbebauung an der Bethlehemstrasse, eine der drei Hauptverkehrsachsen in Bümpliz, prägt ein Wohnhaus aus den 1950er-Jahren im Stil der Nachkriegsmoderne den Ort. Das Gebäude befindet sich in einem sanierungsbedürftigen Zustand und steht trotz des Brandmaueranschlusses an einen künftigen Nachbarbau derzeit noch als Solitär. Lediglich ein eingeschossiger Annexbau schliesst den Hofraum mit dem Nachbarn vis à vis zur verkehrsreichen Bethlehemstrasse ab.
Ziel des Projekts ist es, das Gebäude an die heutigen Wohnbedürfnisse anzupassen. Grosszügigere Essbereiche, neue Balkone sowie die Erneuerung der Gebäudetechnik und der Oberflächen steigern die Wohnqualität. Gleichzeitig wird das vorhandene Ausnützungspotenzial mit einer zweigeschossigen Aufstockung genutzt und die städtebauliche Präsenz des Gebäudes gestärkt.
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Architektonischer Ansatz
Für die Bestandeswohnungen wird ein Konzept entwickelt, das mit gezielten Eingriffen das räumliche Potenzial der bestehenden Struktur ausschöpft. Im Zentrum der Intervention steht eine mittig angeordnete, zweizeilige Küche, die die Wohnbereiche miteinander verbindet und vielfältige Sichtbeziehungen durch die gesamte Wohnung schafft. Ergänzend wird die bestehende Nasszelle vergrössert und an der Südwestfassade ein grosszügiger Essbereich mit hoher Aufenthaltsqualität geschaffen.
Die bestehenden, teilweise zurückversetzten Balkone werden durch grössere, thermisch getrennte und dem Baukörper vorgelagerte Balkone ersetzt. Deren Gestaltung orientiert sich an der Formensprache der klassischen Moderne und interpretiert charakteristische Elemente der Architektur des frühen 20. Jahrhunderts wie Beton und Glasbausteine zeitgemäss neu.
Herausforderung und Umsetzung
Die Aufstockung wird in leichter Holzbauweise ausgeführt und ergänzt den Bestand mit einer subtilen Architektur, die sich erst in der sorgfältigen Ausformulierung der Details zu erkennen gibt. Der Grundriss orientiert sich weitgehend an der bestehenden Gebäudestruktur und wird im Dachgeschoss durch eine Galerie erweitert.
Bewusst ausgerichtete Fenster in den Dachwohnungen öffnen gezielte Blickbeziehungen über die Dächer von Bümpliz und ins Stadtgefüge. Diese «Stadtfenster» verleihen den neuen Dachwohnungen eine besondere räumliche Qualität und machen die erhöhte Lage des Gebäudes erlebbar.
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