Neues Bildungszentrum Holz

Architektur für Bildung schafft nicht nur Räume zum Lernen, sondern auch Orte der Begegnung und des Austauschs. Das neue Bildungszentrum in Lützelflüh verbindet zwei Ausbildungsinstitutionen des Holzbaus unter einem Dach und entwickelt aus den gemeinsamen Werten des Handwerks einen identitätsstiftenden Ort. Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und eine lebendige Ausbildungskultur prägen den Entwurf gleichermassen.

Objektart
Neubau Bildungszentrum
Unsere Leistungen

Studienauftrag → 2. Rang (Keine Weiterbearbeitung)

Bauherrschaft
Berufsverbände hssb und VSSM Sektion Bern
Standort
Lützelflüh
Jahr
2024

Die Ausgangslage

Für Lützelflüh und zahlreiche Auszubildende in den Fachbereichen Holzbau entsteht ein neues Bildungszentrum. Die Berner Verbände der VSSM und hssb haben sich das Ziel gesetzt, zwei unterschiedliche, aber verwandte Ausbildungsangebote an einem Ort zu vereinen. Auf diese Weise sollen Synergien geschaffen, Kosten gesenkt und neue Verbindungen zwischen den Auszubildenden gefördert werden.

Besonders in den Holzbauberufen spielt der zwischenmenschliche Umgang eine zentrale Rolle. Neben der fachlichen Ausbildung und den ÜK-Betrieben wird hier eine besondere Kultur gepflegt, bei der die Menschen hinter den Werkzeugen und Maschinen im Mittelpunkt stehen. Gemeinsame Mahlzeiten oder sogar gemeinsames Singen gehören zum täglichen Ritual.

Umgebung mit Erdgeschoss
Regelgeschoss 1
Regelgeschoss 2
Längsschnitt
Strukturmodell Betonrohbau
Strukturmodell Rohbau
Strukturmodell Geschossigkeit
Strukturmodell Fassade
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Bildlegende
1
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9

Architektonischer Ansatz

Das Gebäude selbst, mit seinem grosszügigen Laubengang, dem markanten Kopfbau, dem zylindrischen Silo und der eindrucksvollen Spindeltreppe, steht an der Emmentalstrasse fast wie ein Schiff, das Kurs auf das Ortszentrum von Lützelflüh nimmt. Oder, bei genauerem Hinsehen, erinnert es an die Gliederung eines traditionellen Emmentaler Bauernhauses, mit einem Wohn-, einem Tenn- und einem Ökonomieteil. Beide Bilder – das Schiff und das Bauernhaus – stehen symbolisch für Funktionalität, Tradition und Kultur.

Die durchdachte ökonomische Struktur des Gebäudes folgt einem effizienten Stützenraster und nutzt Unterzüge sowie Decken aus Holz. Der aussteifende Kern aus Stahlbeton sorgt für Stabilität, während die Fassade sowohl geschlossene als auch offene Elemente aufnehmen kann, ohne den Gesamteindruck zu beeinträchtigen. Der Verzicht auf interne Erschliessungskorridore unterstützt die ambitionierten Kostenziele durch eine klare, kompakte und funktionale Gestaltung.